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Paul Jenisch zum Gedenken


(15.5.2012) Aus Anlass des 400. Todestages des Annaberger Chronisten Paul Jenisch (Paulus Jenisius) lädt die Evangelische Kirchengemeinde am Sonntag, 20. Mai 2012, um 17 Uhr, in die Bergkirche St. Marien zu einer literarisch-musikalischen Veranstaltung mit zeitgenössischer Musik und Textlesungen aus seinen Werken ein. Mitwirkende: Pfarrer i.R. Dr. Bernd Stephan, Convivium Musicum Chemnicense, Sebastian Richter (Bass),
Leitung: Hans-Hermann Schmidt
Eintritt 8 EUR (bis 18 Jahre frei)
.AW - Paulus Jenisius 2


Obwohl Paul Jenisch, der sich auch Paulo Jenisio, Paulus Jenisch, Jenisius, oder Jenischius nannte , erst am 9. November 1612 in Dresden gestorben ist (geboren 1551 oder 1552 in Annaberg), wird bereits am 20. Mai dem Pädagoge und lutherischen Theologen in einer Veranstaltung unter dem Titel „Mein Arbeit hilft vollbringen, zum Lob dem Namen dein“ in der Bergkirche in Annaberg an dessen 400. Todestag erinnert.
Paul Jenisch ist der Sohn des Bergmanns Paul Jenisch d. Ä. und seiner Frau Anna, der Tochter des Martin Walter aus Annaberg. Nach drei Jahren Privatunterricht besuchte er die Schule in Annaberg, wo der besonders vom Rektor gefördert wurde. Jenisch konnte sich 1567 an der Universität Leipzig und 1570 an der Universität Wittenberg immatrikulieren. Dort legte er 1576 seinen Magister in Pädagogik ab.

Titelblatt der Annaberger Chronik
von Paul Jenisius aus dem Jahre 1605

Anschließend finden wir ihn als Konrektor an der Annaberger Lateinschule, wo er 1581 zum Rektor berufen wurde. 1593 legte er sein Schulamt nieder und übernahm 1594 eine Pastorenstelle in Eula. Im Jahre 1596 wurde er Superintendent in Eilenburg und ging 1603 als erster Hofprediger nach Dresden, wo er auch als Assessor am sächsischen Oberkonsistorium tätig wurde.
1609 erhielt er die Position des ersten Hofpredigers und trat 1610 die Stelle des Oberhofpredigers an, die er bis zu seinem Tode inne hatte. Vermutlich starb am 9.11. 1612 an einer Nierenkolik, die sich aus einem jahrelangen Steinleiden entwickelt hatte. Aus seiner 1579 geschlossen Ehe mit Katharina Coyters, der Tochter des Annaberger Ratsmitgliedes Johann Coyters, sind drei Söhne und eine Tochter hervorgegangen.
Neben zahlreichen Leichen- und Moralpredigten sowie einigen theologischen Schriften ist er in unseren Raum besonders mit seinem Hauptwerk „Annaebergae Misniae Urbis historia“ (kurz: Annaberger Chronik) bekannt geworden, das später vom Chronisten und Rektor der Lateinschule Georg Arnold (Georgium Arnoldum, geb. 28.1.1580 in Zeitz; gest. 28.11.1666 in Annaberg) übersetzt und fortgesetzt wurde.
 

red.